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Allagabo Tim: der Schicksalsweg eines Afrikaners in Deutschland; dargestellt in Briefen zweier deutscher Afrikaforscher

Unknown Author
4.9/5 (9733 ratings)
Description:Der Afrikareisende Gerhard Rohlfs hatte auf einer seiner Reisen am 25.12.1871 einen afrikanischen Jungen als "Geschenk" erhalten. Er nannte ihn Noël, was auf Französisch "Weihnachten" heißt. Rohlfs brachte ihn mit nach Deutschland, wo er ihn dem König von Preußen übergab. In dessen Auftrag ließ man Noël die bestmögliche Erziehung angedeihen. Selbst die Königin Augusta nahm regen Anteil an seiner Entwicklung. Der Afrikaner in Preußen "entwickelte" sich jedoch nicht so, wie es seine Protegés von ihm erwarteten. Alle Versuche, dem "Mohren" eine gesicherte Lebensstellung zu verschaffen, schlugen fehl. Noël starb im Alter von 72 Jahren in einer psychiatrischen Anstalt in Ancona/Italien. Auch ein anderes von einem Afrikaforscher mitgebrachtes afrikanisches Kind scheiterte in Europa, wobei auch hier wieder Gerhard Rohlfs eine wesentliche Rolle spielte. Es handelt sich um Allagabo Tim, dessen Schicksal bislang noch niemals die Aufmerksamkeit eines späteren Wissenschaftlers gefunden hat. Der noch als Kind von seinem Kontinent nach Europa verbrachte Allagabo Tim wurde von Georg Schweinfurth, einem angeheirateten Verwandten von Gerhard Rohlfs, wie man gemeinhin annehmen könnte, ohne triftigen Grund seiner Heimat und Familie entrissen, quasi wie ein Souvenir erworben, welches "ich zum Andenken an manches Vergangene mitgenommen hatte" und – wie das bei Souvenirs eben so der Fall ist – wie ein Wegwerfartikel behandelt worden.Ganz so wird es allerdings nicht gewesen sein, wie an Hand der ausgewerteten Dokumente zu sehen sein wird. Da das über Jahre in diesem Buch erstmals geschilderte Schicksal Allagabo Tims außerhalb einer fast familiären Öffentlichkeit kaum Aufmerksamkeit gefunden hatte, liegt eine entsprechende Vermutung durchaus im Bereich des Möglichen. Das Leben dieser beiden von Schweinfurth in Afrika "erworbenen" Jungen weist einige Parallelen auf. Beide waren als Kinder in die Sklaverei geraten. Rohlfs hatte Noël vor dem sicheren Tod bewahrt, und nach dessen Gesundung war der Knabe ihm ein treuer Diener und zuverlässiger Begleiter während seiner weiteren Afrikadurchquerung bis Lagos geworden, von wo aus er ihn mit nach Deutschland genommen hatte. Die Reiserouten des Afrikaforschers machten es erforderlich, daß er sich vorwiegend in den Handelsniederlassungen arabischer Elfenbein- und Sklavenhändler aufhielt und sogar in deren Karawanen mitreiste. Bei einer solchen Gelegenheit waren ihm im Frühjahr 1869 drei Sklavenjungen zu seiner persönlichen Bedienung überlassen worden: Giabir und Amber waren Niam-Niam, und Allagabo Tim stammte aus der ethnischen Gemeinschaft der Bongo. Er war schon als kleines Kind aus seinem Dorf geraubt worden und als Austausch gegen gestohlenes Vieh in den Besitz des Händlers Ghattas gekommen. Sein ursprünglicher Name lautete "Lebbe", was in der Bongo-Sprache die Bezeichnung für eine Mimosenart ist. Die Dinka, die ihn geraubt hatten, übertrugen diesen Namen in ihre eigene Sprache in "Tihm", was soviel wie "Baum" bedeutet. Erst von dem arabischen Sklavenhändler hatte er den Namen "Allagabo" erhalten. Das heißt "Gottesgeschenk". Dies war im nördlichen Afrika zu jener Zeit ein übliches Verfahren, um die Rechtmäßigkeit der Sklavennahme auszudrücken. Nachdem Allagabo in den Besitz Georg Schweinfurths übergegangen war, begleitete der Junge ihn auf den meisten seiner Reisen. Den Entschluß, den Knaben mit nach Deutschland zu nehmen, fasste der damals schon berühmte Reisende erst kurz vor seiner Rückkehr in die Heimat. Schon in den Jahren 1868 bis 1871 hatte Georg Schweinfurth eine Reise zur Erforschung der Länder westlich des oberen Nils unternommen. Dabei entdeckte er das Pygmäenvolk der Akka. Sein größter Wunsch war es nunmehr, einen der rätselhaften "Zwerge" auf seine Reise und möglicherweise bis in seine deutsche Heimat mitzunehmen, "um ihn als lebenden Beweis für die Wahrheit tausendjähriger Mythe der Wissenschaft vorzuführen". Im Tausch gegen einen seiner Hunde wurde Schweinfurth tatsächlich ein etwa 14 Jahre alten Pygmäe mit Namen Nsewuë übereignet. Dieser junge Reisegefährte war der Forschung weit bekannter, als alle anderen jungen Afrikaner, die Schweinfurth begleiteten, denn er zeichnete ihn und veröffentlichte sein Bild in seinem Reisebericht. Um Nsewuë dem Alter entsprechende Gesellschaft zu verschaffen, erwarb er noch zwei weitere Kinder auf dem afrikanischen Kontinent, einen von der Ethnie der Niam-Niam und eben den schon erwähnten Allagabo Tim. "Ich betrachtete ihn fortan als mein neues Adoptivkind. Er wurde bekleidet, und meine Leute mussten ihn bedienen, als wäre er mein eigener Sohn"38, beschreibt der Afrikaforscher sein Verhältnis zu Allagabo Tim. An anderer Stelle berichtete er über Nsewuë: "Unter meiner Pflege vortrefflich entwickelt und an meine Person attachiert wie ein Sohn, hatte ich mich 1½ Jahre lang seines Besitzes zu erfreuen." Nicht ohne Widerstand ließ sich der kleine Junge aus seiner Heimat weglocken: "Es war nicht leicht gewesen, Nsewuë zum Mitkommen zu bewegen."...We have made it easy for you to find a PDF Ebooks without any digging. And by having access to our ebooks online or by storing it on your computer, you have convenient answers with Allagabo Tim: der Schicksalsweg eines Afrikaners in Deutschland; dargestellt in Briefen zweier deutscher Afrikaforscher. To get started finding Allagabo Tim: der Schicksalsweg eines Afrikaners in Deutschland; dargestellt in Briefen zweier deutscher Afrikaforscher, you are right to find our website which has a comprehensive collection of manuals listed.
Our library is the biggest of these that have literally hundreds of thousands of different products represented.
Pages
115
Format
PDF, EPUB & Kindle Edition
Publisher
Trafo
Release
2008
ISBN
3896266179

Allagabo Tim: der Schicksalsweg eines Afrikaners in Deutschland; dargestellt in Briefen zweier deutscher Afrikaforscher

Unknown Author
4.4/5 (1290744 ratings)
Description: Der Afrikareisende Gerhard Rohlfs hatte auf einer seiner Reisen am 25.12.1871 einen afrikanischen Jungen als "Geschenk" erhalten. Er nannte ihn Noël, was auf Französisch "Weihnachten" heißt. Rohlfs brachte ihn mit nach Deutschland, wo er ihn dem König von Preußen übergab. In dessen Auftrag ließ man Noël die bestmögliche Erziehung angedeihen. Selbst die Königin Augusta nahm regen Anteil an seiner Entwicklung. Der Afrikaner in Preußen "entwickelte" sich jedoch nicht so, wie es seine Protegés von ihm erwarteten. Alle Versuche, dem "Mohren" eine gesicherte Lebensstellung zu verschaffen, schlugen fehl. Noël starb im Alter von 72 Jahren in einer psychiatrischen Anstalt in Ancona/Italien. Auch ein anderes von einem Afrikaforscher mitgebrachtes afrikanisches Kind scheiterte in Europa, wobei auch hier wieder Gerhard Rohlfs eine wesentliche Rolle spielte. Es handelt sich um Allagabo Tim, dessen Schicksal bislang noch niemals die Aufmerksamkeit eines späteren Wissenschaftlers gefunden hat. Der noch als Kind von seinem Kontinent nach Europa verbrachte Allagabo Tim wurde von Georg Schweinfurth, einem angeheirateten Verwandten von Gerhard Rohlfs, wie man gemeinhin annehmen könnte, ohne triftigen Grund seiner Heimat und Familie entrissen, quasi wie ein Souvenir erworben, welches "ich zum Andenken an manches Vergangene mitgenommen hatte" und – wie das bei Souvenirs eben so der Fall ist – wie ein Wegwerfartikel behandelt worden.Ganz so wird es allerdings nicht gewesen sein, wie an Hand der ausgewerteten Dokumente zu sehen sein wird. Da das über Jahre in diesem Buch erstmals geschilderte Schicksal Allagabo Tims außerhalb einer fast familiären Öffentlichkeit kaum Aufmerksamkeit gefunden hatte, liegt eine entsprechende Vermutung durchaus im Bereich des Möglichen. Das Leben dieser beiden von Schweinfurth in Afrika "erworbenen" Jungen weist einige Parallelen auf. Beide waren als Kinder in die Sklaverei geraten. Rohlfs hatte Noël vor dem sicheren Tod bewahrt, und nach dessen Gesundung war der Knabe ihm ein treuer Diener und zuverlässiger Begleiter während seiner weiteren Afrikadurchquerung bis Lagos geworden, von wo aus er ihn mit nach Deutschland genommen hatte. Die Reiserouten des Afrikaforschers machten es erforderlich, daß er sich vorwiegend in den Handelsniederlassungen arabischer Elfenbein- und Sklavenhändler aufhielt und sogar in deren Karawanen mitreiste. Bei einer solchen Gelegenheit waren ihm im Frühjahr 1869 drei Sklavenjungen zu seiner persönlichen Bedienung überlassen worden: Giabir und Amber waren Niam-Niam, und Allagabo Tim stammte aus der ethnischen Gemeinschaft der Bongo. Er war schon als kleines Kind aus seinem Dorf geraubt worden und als Austausch gegen gestohlenes Vieh in den Besitz des Händlers Ghattas gekommen. Sein ursprünglicher Name lautete "Lebbe", was in der Bongo-Sprache die Bezeichnung für eine Mimosenart ist. Die Dinka, die ihn geraubt hatten, übertrugen diesen Namen in ihre eigene Sprache in "Tihm", was soviel wie "Baum" bedeutet. Erst von dem arabischen Sklavenhändler hatte er den Namen "Allagabo" erhalten. Das heißt "Gottesgeschenk". Dies war im nördlichen Afrika zu jener Zeit ein übliches Verfahren, um die Rechtmäßigkeit der Sklavennahme auszudrücken. Nachdem Allagabo in den Besitz Georg Schweinfurths übergegangen war, begleitete der Junge ihn auf den meisten seiner Reisen. Den Entschluß, den Knaben mit nach Deutschland zu nehmen, fasste der damals schon berühmte Reisende erst kurz vor seiner Rückkehr in die Heimat. Schon in den Jahren 1868 bis 1871 hatte Georg Schweinfurth eine Reise zur Erforschung der Länder westlich des oberen Nils unternommen. Dabei entdeckte er das Pygmäenvolk der Akka. Sein größter Wunsch war es nunmehr, einen der rätselhaften "Zwerge" auf seine Reise und möglicherweise bis in seine deutsche Heimat mitzunehmen, "um ihn als lebenden Beweis für die Wahrheit tausendjähriger Mythe der Wissenschaft vorzuführen". Im Tausch gegen einen seiner Hunde wurde Schweinfurth tatsächlich ein etwa 14 Jahre alten Pygmäe mit Namen Nsewuë übereignet. Dieser junge Reisegefährte war der Forschung weit bekannter, als alle anderen jungen Afrikaner, die Schweinfurth begleiteten, denn er zeichnete ihn und veröffentlichte sein Bild in seinem Reisebericht. Um Nsewuë dem Alter entsprechende Gesellschaft zu verschaffen, erwarb er noch zwei weitere Kinder auf dem afrikanischen Kontinent, einen von der Ethnie der Niam-Niam und eben den schon erwähnten Allagabo Tim. "Ich betrachtete ihn fortan als mein neues Adoptivkind. Er wurde bekleidet, und meine Leute mussten ihn bedienen, als wäre er mein eigener Sohn"38, beschreibt der Afrikaforscher sein Verhältnis zu Allagabo Tim. An anderer Stelle berichtete er über Nsewuë: "Unter meiner Pflege vortrefflich entwickelt und an meine Person attachiert wie ein Sohn, hatte ich mich 1½ Jahre lang seines Besitzes zu erfreuen." Nicht ohne Widerstand ließ sich der kleine Junge aus seiner Heimat weglocken: "Es war nicht leicht gewesen, Nsewuë zum Mitkommen zu bewegen."...We have made it easy for you to find a PDF Ebooks without any digging. And by having access to our ebooks online or by storing it on your computer, you have convenient answers with Allagabo Tim: der Schicksalsweg eines Afrikaners in Deutschland; dargestellt in Briefen zweier deutscher Afrikaforscher. To get started finding Allagabo Tim: der Schicksalsweg eines Afrikaners in Deutschland; dargestellt in Briefen zweier deutscher Afrikaforscher, you are right to find our website which has a comprehensive collection of manuals listed.
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Pages
115
Format
PDF, EPUB & Kindle Edition
Publisher
Trafo
Release
2008
ISBN
3896266179
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